Besser als "Glücklichsein"?

Wer mich kennt, der weiß, dass ich sehr viele Probleme mit dem Begriff des Glücklichseins habe. Die Probleme sind vor allem pragmatischer Natur: Wenn ich mich z.B. hinsetze und mich frage "Wie kann ich mein Leben so führen, dass ich glücklich bin?" - dann fällt mir nichts ein. Null, nada. Ich kann mit diesem Begriff nicht praktisch arbeiten. Und ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob dieses Glücklichsein langfristig so erstrebenswert ist.

Jetzt habe ich eine Formulierung gefunden, die für mich besser funktioniert. Wenn ich mich frage, wie ich mein Leben nach dieser Formulierung ausrichten kann, dann fallen mir sofort viele Dinge ein, die auch größtenteils echt realisierbar sind. Eine richtig praktische Formulierung also! Für alle, die es interessiert, hier ist sie:

Ich will mein Leben so führen, dass ich vor Begeisterung brenne und am Ende jeden Tages im Bett von dem Tag schwärme, den ich grade erlebt habe.

Alles andere ist suboptimal. Ein wirklich lohnenswertes Ziel also. Kann man das leugnen?

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Re: Besser als "Glücklichsein"?

Ich weiss nicht. Wenn ich jeden Tag einen tollen Tag habe, weiss ich sie dann noch zu schätzen? Tritt kein Gewöhnungseffekt ein? Was passiert, wenn ich dann mal einen schlechten Tag habe?

Mein Glücklichsein besteht aus Momenten, zB. bestandener Herausforderungen, mit den Kumples einen trinken, auf dem Schlackeberg den Sonnenuntergang ankucken...
Wenn ich das jeden Tag machen würde, wäre es schnell sehr langweilig und ich würde ständig versuchen mich irgendwie neu zu begeistern. Diese Jagd nach dem nächsten Glücksmoment würde mich auf Dauer wohl wieder sehr unglücklich machen. Außerdem, wenn ich nicht mehr weiß, was Unglück ist, wie kann ich dann Glück definieren?

Vielleicht verstehe ich dich auch mal wieder falsch, aber jeden Tag glücklich sein zu wollen, erscheint mir nicht besonders erstebenswert.

Dienstag kam bei Quarks&Co übrigens eine ganz interessante Sendung über Glück: http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2010/0504/uebersicht_glueck.jsp

Re: Besser als "Glücklichsein"?

Zitat von Lou:
Ich weiss nicht. Wenn ich jeden Tag einen tollen Tag habe, weiss ich sie dann noch zu schätzen? Tritt kein Gewöhnungseffekt ein? Was passiert, wenn ich dann mal einen schlechten Tag habe?
Da würde ich gern mal antworten: Probieren geht über Studieren!
Zitat von Lou:
Mein Glücklichsein besteht aus Momenten, zB. bestandener Herausforderungen, mit den Kumples einen trinken, auf dem Schlackeberg den Sonnenuntergang ankucken... Wenn ich das jeden Tag machen würde, wäre es schnell sehr langweilig und ich würde ständig versuchen mich irgendwie neu zu begeistern. Diese Jagd nach dem nächsten Glücksmoment würde mich auf Dauer wohl wieder sehr unglücklich machen. Außerdem, wenn ich nicht mehr weiß, was Unglück ist, wie kann ich dann Glück definieren?
Da bin ich ja voll einer Meinung mit Dir, ich kann mit diesem ominösen "Glücklichsein" als Ziel auch nichts anfangen. Was mich aber wundert, ist dass Du es anscheinend als negativ ansiehst, ständig zu versuchen Dich neu zu begeistern. Was könnte denn so schlimm daran sein, jeden Tag neue Begeisterung zu finden? Oder willst Du etwa andeuten, es könnte notwendig sein, auch mal absichtlich ein paar üble Tage einzubauen, da man sonst der Begeisterung überdrüssig wird?

Was ich oben formuliert habe, war eine Vision. Mag sein, dass Du von Dir selber glaubst, dass Du in Deinem Leben bereits die äußerste erträgliche Grenze des Glücks bzw. der Begeisterung erreicht hast, und dass eine Steigerung schädliche Effekte haben kann. Aber ich muss Dir sagen: Auf so einen Stand muss ich erstmal kommen! Ich sehe da bei mir noch sehr, sehr viel Potential nach oben. Wenn ich erst einen Moment erreicht habe, in dem ich wie von Dir angedeutet sagen kann: "Argh, nein, zu viel Glück, zu viel Begeisterung!" - Dann werde ich mit Freuden etwas kürzer treten. Aber wer kann das schon von sich behaupten?

Zitat von Lou:
Vielleicht verstehe ich dich auch mal wieder falsch, aber jeden Tag glücklich sein zu wollen, erscheint mir nicht besonders erstebenswert.

Bitte beachte, dass ich mich in diesem Artikel ganz exakt gegen die Sinnhaftigkeit des Glücksbegriffs wende. Und dann lies noch mal den zitierten Satz von Dir. Passt nicht ganz, oder?
Zitat:
Dienstag kam bei Quarks&Co übrigens eine ganz interessante Sendung über Glück: http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2010/0504/uebersicht_glueck.jsp

Danke, ich werd mal reinschauen.

Re: Besser als "Glücklichsein"?

Zitat:
Bitte beachte, dass ich mich in diesem Artikel ganz exakt gegen die Sinnhaftigkeit des Glücksbegriffs wende. Und dann lies noch mal den zitierten Satz von Dir. Passt nicht ganz, oder?

Ja, richtig. Passt nicht. Ich habe nicht verstanden, dass du mit dem Begriff "Glück" oder "Glücklichsein" nichts anfangen kannst. Aber ist so ein Begriff nicht nur eine Definition eines Gefühls? Das Gefühl ist es doch was zählt und du beschreibst in deiner gewählten Formulierung ziemlich genau ein Glücksgefühl nach einem schönen Tag. Genauso gut könnte man das Gefühl auch "Baum" nennen. "Ich hatte heute einen schönen Tag und fühle mich ziemlich Baum."
Ich vermute, du meinst mit "Glücklichsein" das Gefühl des dauerhaften Glücksgefühls, welches nur in der Werbung oder in romantischen FIlmen oder Büchern existiert. Ich tausche den Begriff für mich gerne aus mit "Zufriedenheit". Das ist einfacher zu erreichen, als dieses "Glücklich sein", welches schon fast an buddhistische Erleuchtung grenzt.

Zitat:
Da bin ich ja voll einer Meinung mit Dir, ich kann mit diesem ominösen "Glücklichsein" als Ziel auch nichts anfangen. Was mich aber wundert, ist dass Du es anscheinend als negativ ansiehst, ständig zu versuchen Dich neu zu begeistern. Was könnte denn so schlimm daran sein, jeden Tag neue Begeisterung zu finden? Oder willst Du etwa andeuten, es könnte notwendig sein, auch mal absichtlich ein paar üble Tage einzubauen, da man sonst der Begeisterung überdrüssig wird?

Nein, nicht ganz. Hier ist mir der Begriff der "Begeisterung" etwas zu stark. Begeistert werde ich, wenn mich etwas total weghaut. Ich bin der Meinung, wenn man jeden Tag eine Art Wunder erlebt, kommt man irgendwann an die Grenze der Begeisterungfähigkeit. Freude hingegen, kann ich jeden Tag auch an kleinen Dingen haben.

Ich habe gerade übrigens noch eine Seite gefunden: http://www.gluecksarchiv.de/index.htm
Dort wird sich relativ intensiv mit "Glück" auseinandergesetzt.

Re: Besser als "Glücklichsein"?

Zitat von Lou:
Ja, richtig. Passt nicht. Ich habe nicht verstanden, dass du mit dem Begriff "Glück" oder "Glücklichsein" nichts anfangen kannst. Aber ist so ein Begriff nicht nur eine Definition eines Gefühls? Das Gefühl ist es doch was zählt und du beschreibst in deiner gewählten Formulierung ziemlich genau ein Glücksgefühl nach einem schönen Tag.
... so wie Du es definierst...
Zitat:
Genauso gut könnte man das Gefühl auch "Baum" nennen. "Ich hatte heute einen schönen Tag und fühle mich ziemlich Baum."
Egal ob man's "Baum" nennt oder "Glück", der Effekt wäre derselbe. Ich würde da sitzen und mir ausdenken wollen, wie ich mein Leben mit mehr "Baum" führen kann, und mir würde nichts einfallen.
Zitat:
Ich vermute, du meinst mit "Glücklichsein" das Gefühl des dauerhaften Glücksgefühls, welches nur in der Werbung oder in romantischen FIlmen oder Büchern existiert. Ich tausche den Begriff für mich gerne aus mit "Zufriedenheit". Das ist einfacher zu erreichen, als dieses "Glücklich sein", welches schon fast an buddhistische Erleuchtung grenzt.
Zufriedenheit, das ist mir zu bescheiden. Und Glücklichsein, das ist dieser ferne Traum von einem undefinierbaren Etwas, das irgendwie total supertoll ist.

Mir geht's hier gar nicht darum, eine objektive Definition des Glücks zu finden. Das Glück ist für jeden was anderes, und es ist wahrscheinlich auch für jede Situation was anderes. Mal meint man damit, mit seinem Partner gemeinsam alt zu werden, mal meint man damit einen Orgasmus, mal einen schönen Ausflug, mal das Lächeln eines Kindes. Mancher sucht sein Glück auch in der Rache, also im Unglück anderer.

Das ist mir alles zu philosophisch. Ich brauche etwas, womit ich was anfangen kann. Der Begriff "Begeisterung" bedeutet für mich viel mehr als "Glück"; da kann ich mehr mit anfangen, das kann ich praktisch umsetzen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, was es bedeutet, abends im Bett von dem vergangenen Tag zu schwärmen. Aber dieser Glücksbegriff, den Du hier wie die meisten anderen auch sehr inflationär verwendest, der bedeutet mir eher wenig. Und Deine Interpretation, ich hätte hier die Idee veröffentlicht, man solle jeden Tag glücklich sein, könnte kaum ferner von dem sein, was ich tatsächlich geschrieben habe.

Zitat:
Nein, nicht ganz. Hier ist mir der Begriff der "Begeisterung" etwas zu stark. Begeistert werde ich, wenn mich etwas total weghaut.

Und wenn Dich etwas "nur" anregt, erfreut, ein bisschen weghaut, wie nennst Du das dann? Das, was Du in Bezug auf eine Tätigkeit empfindest, die Du gern tust, wie nennst Du das?
Zitat:
Ich bin der Meinung, wenn man jeden Tag eine Art Wunder erlebt, kommt man irgendwann an die Grenze der Begeisterungfähigkeit. Freude hingegen, kann ich jeden Tag auch an kleinen Dingen haben.

Ich beglückwünsche Dich, dass Du die Grenze Deiner Begeisterungsfähigkeit bereits erreicht hast. Ich würde diese Grenze auch gern mal erreichen. Hast Du Tipps für mich, wie ich das schaffen kann? Wie hast Du es geschafft, so begeistert zu werden, dass Du nicht noch mehr Begeisterung haben wolltest? Ehrlich - wenn ich mal so weit bin, dann trete ich wie gesagt mit Freuden ein wenig kürzer.

Und Freude, Frohsinn, Glück, Begeisterung, Euphorie - das sind alles nur Worte. Du scheinst da sehr exakte Grenzen zu ziehen, und ich habe den Eindruck, Du hältst Deine Grenzen für universell. Ich kann Dir nur sagen: Es gibt da keine objektiven Definitionen, und das ist auch gut so. Wenn jemand von seiner Idee des Glücks oder der Begeisterung oder der Euphorie oder von was-auch-immer redet, dann muss man sich ein bisschen auf das einlassen, was er einem erzählen will. Da bringt es herzlich wenig, wenn man abblockt und von Anfang an sagt: "Ach du, wovon du redest, das ist gar kein Glück/Begeisterung/Euphorie/Whatever. Ich weiss es alles besser und kann dir die einzig wahren Definitionen geben." - Wenn Du sowas machst, dann redest Du nur an dem anderen vorbei und gerätst in Endlosdiskussionen und sinnlose Verstandesschleifen, die Dich keinen Deut weiterbringen. Wenn Du hingegen zu Begriffen gelangen willst, mit denen Du etwas anfangen kannst, dann musst Du einen Anspruch stellen. Du musst ein - wenn auch vages - Ziel haben, das Du erreichen willst. Dann wirst Du sehr schnell bemerken, welche Begriffe Dir helfen, und welche Diskussionen zielführend sind und welche nicht. Im Ohrensessel zu sitzen und sich gelehrten Spekulationen darüber hinzugeben, was denn nun die exakte Definition des Glücks ist und ob einen Begeisterung total weghauen muss oder nur ein bisschen - was soll das denn?

Wenn Du Dir mal meinen ursprünglichen Artikel im Hinblick auf Universal-Anspruch anschaust, dann wirst Du keinen finden. Ich habe hier etwas aufgeschrieben, das für mich ganz persönlich gilt. Jeder kann, wenn er das möchte, überprüfen, ob er für sich selbst auch was daraus ziehen kann. Aber ich würde mir absolut nichts davon erhoffen, da jetzt an exakten, objektiven Definitionen einzelner Begriffe rumzufeilen - das hiesse den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.

Zitat:
Ich habe gerade übrigens noch eine Seite gefunden: http://www.gluecksarchiv.de/index.htm
Dort wird sich relativ intensiv mit "Glück" auseinandergesetzt.

Ich werde jetzt nicht den TED-Vortrag über's Glücklichsein verlinken. Smiling

Re: Besser als "Glücklichsein"?

Zitat:
Egal ob man's "Baum" nennt oder "Glück", der Effekt wäre derselbe. Ich würde da sitzen und mir ausdenken wollen, wie ich mein Leben mit mehr "Baum" führen kann, und mir würde nichts einfallen.

Eventuell ist das gerade der Punkt.

Zitat:
Deine Interpretation, ich hätte hier die Idee veröffentlicht, man solle jeden Tag glücklich sein, könnte kaum ferner von dem sein, was ich tatsächlich geschrieben habe.

Zitat:
Ich will mein Leben so führen, dass ich vor Begeisterung brenne und am Ende jeden Tages im Bett von dem Tag schwärme, den ich grade erlebt habe.

Nein, aber jeden Tag begeistert sein.

Zitat:
Ich beglückwünsche Dich, dass Du die Grenze Deiner Begeisterungsfähigkeit bereits erreicht hast. Wie hast Du es geschafft, so begeistert zu werden, dass Du nicht noch mehr Begeisterung haben wolltest?

Ich habe die Grenze nicht erreicht und werde ich auch nicht. Ich habe von dem potentiellen Fall gesprochen, dass jemand jeden Tag einen schönen Tag hat und am Ende begeistert ist.. Das hat nix mit mir persönlich zu tun. Darüber nachzudenken, wie ich dieses Gefühl ausdehnen oder übertreffen kann, würde mich schon wieder unglücklich machen. Entweder man macht Sachen, die einem Spass machen oder erfüllen oder man macht sie halt nicht.

Zitat:
Und wenn Dich etwas "nur" anregt, erfreut, ein bisschen weghaut, wie nennst Du das dann? Das, was Du in Bezug auf eine Tätigkeit empfindest, die Du gern tust, wie nennst Du das?

Freude, Spass. Begeistert bin ich, wenn ich an nichts mehr anderes denken kann und über nicht anderes reden will.

Zitat:
Und ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob dieses Glücklichsein langfristig so erstrebenswert ist.

Ich vermute hinter diesem kleinen Nebensatz in deinem Originalpost ist unser Mißverständnis versteckt. Wie meinst du das?

Zitat:
Und Freude, Frohsinn, Glück, Begeisterung, Euphorie - das sind alles nur Worte. Du scheinst da sehr exakte Grenzen zu ziehen, und ich habe den Eindruck, Du hältst Deine Grenzen für universell. Ich kann Dir nur sagen: Es gibt da keine objektiven Definitionen, und das ist auch gut so. Wenn jemand von seiner Idee des Glücks oder der Begeisterung oder der Euphorie oder von was-auch-immer redet, dann muss man sich ein bisschen auf das einlassen, was er einem erzählen will. Da bringt es herzlich wenig, wenn man abblockt und von Anfang an sagt: "Ach du, wovon du redest, das ist gar kein Glück/Begeisterung/Euphorie/Whatever. Ich weiss es alles besser und kann dir die einzig wahren Definitionen geben." - Wenn Du sowas machst, dann redest Du nur an dem anderen vorbei und gerätst in Endlosdiskussionen und sinnlose Verstandesschleifen, die Dich keinen Deut weiterbringen. Wenn Du hingegen zu Begriffen gelangen willst, mit denen Du etwas anfangen kannst, dann musst Du einen Anspruch stellen. Du musst ein - wenn auch vages - Ziel haben, das Du erreichen willst. Dann wirst Du sehr schnell bemerken, welche Begriffe Dir helfen, und welche Diskussionen zielführend sind und welche nicht. Im Ohrensessel zu sitzen und sich gelehrten Spekulationen darüber hinzugeben, was denn nun die exakte Definition des Glücks ist und ob einen Begeisterung total weghauen muss oder nur ein bisschen - was soll das denn? Wenn Du Dir mal meinen ursprünglichen Artikel im Hinblick auf Universal-Anspruch anschaust, dann wirst Du keinen finden. Ich habe hier etwas aufgeschrieben, das für mich ganz persönlich gilt. Jeder kann, wenn er das möchte, überprüfen, ob er für sich selbst auch was daraus ziehen kann. Aber ich würde mir absolut nichts davon erhoffen, da jetzt an exakten, objektiven Definitionen einzelner Begriffe rumzufeilen - das hiesse den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.

Das Gleiche gilt für meinen Kommentar. Dort wirst du auch keinen Universalanspruch finden. Wenn du also hier mich meinst, dann ist das wirklich Quatsch. Ich hab einfach nur geschrieben, wie ich für mich die Dinge definiere und fühle und wo ich für mich persönlich bei Begrifflichkeiten Grenzen ziehe. Ich gebe mich keinen Spekulationen hin und schon gar keinen gelehrten. Ich lese keine Bücher über Philosophie, Glück oder was-weiss-ich und ich werde den Teufel tun und sagen, dass dein Glück das Gleiche sein sollte wie meins oder das du genauso Begeisterung definieren sollst wie ich. Ich drücke allein meine Empfindungen aus. Die brauche ich nicht wissenschaftlich zu hinterlegen und sind auf keinen Fall der Weisheit letzter Schluss.
Ich glaube, du denkst, dass ich nicht sonderlich oft unglücklich bin...ich kann dir versichern, dass das nicht stimmt. Aber solange Ying und Yang sich bei mir im Leben einigermaßen die Waage halten, ist das schon ok. Ich strebe nicht nach einem höherem Glücksgefühl oder danach jeden Tag begeistert zu sein und das finde ich, für mich, auch gut so.

Zitat:
und welche Diskussionen zielführend sind und welche nicht. Im Ohrensessel zu sitzen [...]
Verstehe. Dann können wir die Diskussion einfach an dieser Stelle beenden.

Re: Besser als "Glücklichsein"?

Zitat von Lou:
Zitat:
Egal ob man's "Baum" nennt oder "Glück", der Effekt wäre derselbe. Ich würde da sitzen und mir ausdenken wollen, wie ich mein Leben mit mehr "Baum" führen kann, und mir würde nichts einfallen.

Eventuell ist das gerade der Punkt.


Nicht nur eventuell, sonder ganz genau darum geht's ja hier.
Zitat:
Zitat:
Deine Interpretation, ich hätte hier die Idee veröffentlicht, man solle jeden Tag glücklich sein, könnte kaum ferner von dem sein, was ich tatsächlich geschrieben habe.

Zitat:
Ich will mein Leben so führen, dass ich vor Begeisterung brenne und am Ende jeden Tages im Bett von dem Tag schwärme, den ich grade erlebt habe.

Nein, aber jeden Tag begeistert sein.


Schau nochmal hoch: Jeden Abend von dem Tag schwärmen, den man erlebt hat. In Bezug auf die Begeisterung habe ich kein Zeitmaß angegeben. Aber das ist auch schon wieder diese spitzfindige Begriffs-Diskussion, die ich eigentlich lieber vermeiden wollte.
Zitat:
Ich habe die Grenze nicht erreicht und werde ich auch nicht. Ich habe von dem potentiellen Fall gesprochen, dass jemand jeden Tag einen schönen Tag hat und am Ende begeistert ist..

Wäre das denn so schlimm? Wenn man sich vorher sagt: "Oh je, wenn ich zu viele schöne Tage erlebe, dann werden schöne Tage für mich bedeutungslos. Darum versuch ich's gar nicht erst." - Also, wenn man sich sowas sagt, das wäre in meinen Augen die totale Resignation.
Zitat:
Darüber nachzudenken, wie ich dieses Gefühl ausdehnen oder übertreffen kann, würde mich schon wieder unglücklich machen. Entweder man macht Sachen, die einem Spass machen oder erfüllen oder man macht sie halt nicht.

Aber was ist denn so verkehrt dabei, sich im Leben wohlfühlen zu wollen? Und wenn man nun, wie ich jetzt grade, in einer Situation ist, in der man die Möglichkeit hat, entweder einiges an seinem Leben zu verändern, oder das zu lassen und mehr oder weniger weiter zu machen wie bisher - dann sollte es doch nicht wundern, dass ich mir darüber intensive Gedanken mache. Ein Motto wie Dein angesprochenes "Entweder ich mach Sachen die mir Spass machen oder ich mach sie halt nicht" bringt mich nicht weiter, denn das ist immer so, ganz egal was ich tue. Wenn ich mich nach diesem Motto ausrichten würde, dann würde das doch bedeuten, dass es völlig egal ist, was ich tue. Aber eben diesen Eindruck habe ich im Moment nicht. Überhaupt nicht.
Zitat:
Zitat:
Und wenn Dich etwas "nur" anregt, erfreut, ein bisschen weghaut, wie nennst Du das dann? Das, was Du in Bezug auf eine Tätigkeit empfindest, die Du gern tust, wie nennst Du das?

Freude, Spass. Begeistert bin ich, wenn ich an nichts mehr anderes denken kann und über nicht anderes reden will.


Dann siehst Du etwas anderes in Begeisterung als ich. Für mich grenzt das was Du beschrieben hast schon recht stark an etwas, das ich Besessenheit nennen würde. Aber wenn "Freude" oder "Spass" Dein Wort für den Begriff ist, dann führe im Hinterkopf einmal Suchen & Ersetzen mit meinen Aussagen durch, und schon hast Du's. Smiling
Zitat:
Zitat:
Und ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob dieses Glücklichsein langfristig so erstrebenswert ist.

Ich vermute hinter diesem kleinen Nebensatz in deinem Originalpost ist unser Mißverständnis versteckt. Wie meinst du das?


Ich habe schon einen Haufen Leute mal persönlich gefragt, was für sie denn das Glücklichsein sei, beziehungsweise welches Ziel sie im Leben anvisieren. Dabei habe ich verschiedene Dinge bemerkt. Zum einen gibt es schon teils breit gefächterte Vorstellungen. Aber zum anderen gibt es ein Standard-Clichee, das von den meisten sehr schnell rausgehauen wird: netter Job, Kinder, Haus. Die Details variieren von Person zu Person, aber diese generelle Vorstellung habe ich am häufigsten gehört. Dann habe ich angefangen mich zu fragen, ob ich das auch will. Glücklichsein ist mit so vielen anderen Phrasen des Alltags untrennbar verknüpft. "Glücklich alt werden" zum Beispiel. Und dann gibt es die Wort-Identität mit dem Glück, das aus dem Zufall kommt ("Glück im Spiel"). Insgesamt wird dadurch das Wort "Glück" zu einer riesig ausgedehnten Nebelwolke, die fast alles bedeuten kann. Ich habe das Glück selbst schon auf einige verschiedene Weisen verfolgt, bis mir klar wurde, dass alle meine Vorstellungen vom Glück entweder zu naiv waren, oder so nebulös und ungreifbar, dass man sich auf dieser Basis gar kein Ziel erarbeiten kann. Würde ich bei der Suche nach dem Glück bleiben, dann müsste ich einen heiligen Gral suchen, den es gar nicht gibt, und würde, ganz ähnlich wie Herr Rossi, mein "wahres Glück" wahrscheinlich übersehen.
Zitat:
Das Gleiche gilt für meinen Kommentar. Dort wirst du auch keinen Universalanspruch finden. Wenn du also hier mich meinst, dann ist das wirklich Quatsch. Ich hab einfach nur geschrieben, wie ich für mich die Dinge definiere und fühle und wo ich für mich persönlich bei Begrifflichkeiten Grenzen ziehe. Ich gebe mich keinen Spekulationen hin und schon gar keinen gelehrten. Ich lese keine Bücher über Philosophie, Glück oder was-weiss-ich und ich werde den Teufel tun und sagen, dass dein Glück das Gleiche sein sollte wie meins oder das du genauso Begeisterung definieren sollst wie ich. Ich drücke allein meine Empfindungen aus. Die brauche ich nicht wissenschaftlich zu hinterlegen und sind auf keinen Fall der Weisheit letzter Schluss.

In letzter Zeit gibt es aber eine Menge wissenschaftlicher Untersuchungen zu dem Thema, die auch (leider nur sehr indirekt) in der von Dir verlinkten Folge von Quarks & Co. angesprochen werden. Ich finde das alles sehr interessant.
Zitat:
Ich glaube, du denkst, dass ich nicht sonderlich oft unglücklich bin...ich kann dir versichern, dass das nicht stimmt. Aber solange Ying und Yang sich bei mir im Leben einigermaßen die Waage halten, ist das schon ok. Ich strebe nicht nach einem höherem Glücksgefühl oder danach jeden Tag begeistert zu sein und das finde ich, für mich, auch gut so.

Da kann ich wieder nur sagen: Ich wünsche Dir, dass Du Deine Balance gefunden hast. Ich habe sie für mich nicht gefunden.
Zitat:
Zitat:
und welche Diskussionen zielführend sind und welche nicht. Im Ohrensessel zu sitzen [...]

Verstehe. Dann können wir die Diskussion einfach an dieser Stelle beenden.

Wie gesagt: Es geht mir um Dinge, die mich weiterbringen. Wenn's wirklich, wie Du behauptest, einen "happiness overload" gibt, dann will ich den erstmal erreichen - ich glaube nämlich nicht wirklich daran. Ich sehe sehr wohl, dass verschiedene Leute, die ich kenne, unterschiedlich "glücklich" (nenn es wie Du willst, Du weisst was ich meine) sind. Und meiner Meinung nach kann man das selbst sehr stark beeinflussen. Dazu braucht man aber erstmal sowas wie eine Zielvorstellung, die einen Deut konkreter ist als "Ich will glücklich sein".

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