Alltag
Ausblick 2010: fitter, happier
Wer erinnert sich nicht an die 200x'er-Partybrillen? Über zehn Jahre hinweg gab es Jahr für Jahr pünktlich zu Silvester eine Partybrille in Gestalt der nächsten Jahreszahl, wobei die beiden Nullen in der Mitte jeweils als Gucklöcher fungierten. Eine pfiffige Idee, die mancherorts die Partylaune steigerte. Manche trauern dem nach und fanden es schade, dass es seit der Jahreszwahl 2010 nicht mehr geht. Aber ich sage Euch: 2010 war noch okay, da hätte man die Eins noch lustig hochstellen können, so dass man doch noch zwei Nullen zum Durchschauen gehabt hätte, aber der richtige Horror wird 2011. Keine Nullen mehr zum Gucken.
Außerdem bin ich froh, dass man jetzt nicht mehr '07, '09 oder so als abgekürzte Jahreszahl schreiben muss. Ich habe eine Antipathie gegen Zahlen, die mit einer Null beginnen. Auch wenn sie mit dem Apostroph als unvollständig gekennzeichnet sind, habe ich immer das Gefühl, man sollte die führende Null weglassen. Aber '7 oder '9 - wie sieht denn das aus? Soll das vielleicht klingonische Lautschrift sein? Aber egal, denn endlich können wir '10 schreiben. Seeeeehr befriedigend.
Es scheint wohl alles besser zu werden. Wir erholen uns von der Wirtschaftskrise, neue Märkte tun sich auf, das Elend in der Welt ist stark rückläufig, und Eurasien wird immer greifbarer. Für mich persönlich ist es ein schöner Erfolg, dass ich seit einem gefühlten Jahr nicht mehr rauche. Mittlerweile vermisse ich es auch gar nicht mehr. Zwar kenne ich die Geschichten von Leuten, die nach zehn Jahren wieder mit dem Rauchen begonnen haben, aber ich weiß nicht, wie ich das auf mich beziehen kann. Entweder die Leute haben wirklich zehn Jahre lang Schmacht erduldet, was bei mir nicht der Fall wäre, oder sie hatten sozusagen keinen Rückfall im eigentlichen Sinne, sondern haben genau so mit dem Rauchen angefangen, wie auch jeder lebenslange Nichtraucher theoretisch jederzeit mit dem Rauchen anfangen könnte.
Weiterlesen»Wir haben ja keine Ahnung
Eines Nachts kamen ein Freund und ich auf eine schöne Idee: Wir wollten die Sterne möglichst klar mit bloßen Augen sehen können. Das ist nicht einfach, wenn man sich in einer Stadt befindet, weil von allen Richtungen störendes helles Licht einfällt. Also sind wir zum äußersten Rand der Stadt gefahren, bis wir ein riesiges Feld fanden. Ich steuerte das Auto bis ungefähr in die Mitte des Feldes, wo wir praktischerweise einen kleinen Platz mit einer Parkbank vorfanden. Es war so dunkel wie es in dieser relativen Nähe zu einer Stadt nur sein kann; wir konnten uns gegenseitig nur dadurch erkennen, dass unsere Silhuetten sich dunkel gegen den schmalen hellen Streifen am Horizont abhoben, in dem sich der ganze Glanz der Stadt versteckt hatte.
So der Dunkelheit ausgesetzt, sprachen wir unwillkürlich leiser, denn alle Geräusche erschienen plötzlich lauter zu sein. Es war recht warm für eine Nacht, aber ein träger, erfrischender Wind wehte angenehm um uns herum. Vom Auto her hörten wir noch einige Knackgeräusche, während sich das abkühlende Metall zusammenzog, und gedämpft drang das entfernte Rauschen der Autobahn in unsere Ohren. Über all dem lag die gigantische schwarze Schale des Himmels, gesprenkelt mit vielen winzigen, perfekt reinen Leuchtpunkten, eine Unendlichkeit, deren Größe man nicht im mindesten erfassen kann, selbst wenn man mehrfach den Blick von einer Seite des Himmels zur anderen schweifen lässt.
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Früher zur Arbeit = mehr vom Tag?
Ich bin Spätaufsteher und bemühe mich daher, morgens möglichst punktgenau zur spätest möglichen Anfangszeit an den Arbeitsplatz zu kommen. Das gibt mir mehr Schlaf, aber auch ein erhöhtes Risiko zum Zuspätkommen.
Einige ausgefuchste Kollegen kommen sehr viel früher an den Arbeitsplatz, und verlassen ihn auch konsequenterweise viel früher als ich. Das erweckt den Eindruck, als hätten sie mehr Freizeit am Tag.
Aber geht man dann nicht auch viel früher ins Bett? Oder, wenn man das nicht tut, ist man dann nicht permanent müde oder so? - Eure Erfahrungen bitte!
Wie hieß convenient nochmal?
Ihr kennt's alle: Man hat ein deutsches Wort im Kopf, und es fällt einem partout nicht das englische Wort dafür ein. Da ist man dann froh, dass es sowas wie dict.leo.org gibt. Immer häufiger geht es mir allerdings andersrum.
Jawohl! Ich habe ein englisches Wort im Kopf, und mir fällt das deutsche Wort dafür nicht ein. Und das, obwohl Deutsch meine Muttersprache ist! Unglaublich. So geschehen auch beim Schreiben des vorigen Artikels, und zwar mit dem Wort "convenient".
Strange.
Freizeit-Einteilung?
Aktivitäten, die ich gern langfristig in meiner Freizeit verfolgen würde:
- das Buch "Everything is negotiable" durcharbeiten
- ebenso das Buch "The Haskell Road to Logic, Maths and Programming"
- einen bescheidenen Einstieg in die Amateur-Computerspieleprogrammierung finden
- ein bestimmtes, sehr großes Computerprogramm weiterentwickeln (dauert Jahre!)
- Lojban lernen
- Musik machen
Tatsächlich möchte ich gern noch mehr machen, aber auf diese Dinge kann ich mich zur Zeit fokussieren. Diese Dinge würden mir Spaß machen und mich auch irgendwie weiter bringen. Problem: Das tun zu wollen reicht nicht. Obwohl die Dinge mir Spaß machen sollten, fange ich dann doch immer was anderes mit meiner Freizeit an. Das führt mich zu der paradoxen Frage: Wie kriege ich mich also dazu, zu tun, was ich tun will? Weiterlesen»
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Madoc ärgert sich über Bauknecht und freenet
Aktuell ärgere ich mich darüber, dass Bauknecht mir ungerechtfertigt Kosten für eine nicht funktionierende Spülmaschine in Rechnung stellt, und darüber, dass freenet keine vernünftige Verbindung für mich auf die Reihe kriegt.
Den aktuellen Stand habe ich jeweils hier zusammengefasst (Links öffnen jeweils ein neues Fenster):
Ihr könnt das gern lesen, um an meinem persönlichen Stückchen von der Servicewüste Deutschland Anteil zu nehmen. Abgesehen davon ist jeder Tipp und jede Hilfe willkommen. Ich habe nämlich wirklich keinen Bock auf den ganzen Papierkrieg, der sich daraus noch ergeben wird - zumindest bei der Bauknecht-Sache schwant mir da Übles. Da muss ich ständig hinterher sein. Und wer mich kennt, weiß, wie sehr ich solchen Papierkram hasse.
*seufz* Wenn man nicht alles selber macht...
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Problem mit Freenet (mal wieder)
Meine DSL-Verbindung bricht oft zusammen. Da Freenet VoIP verwendet, bricht dann auch das Telefongespräch ab. Das passiert oft mehrmals pro Stunde. Das Fritz!Fon muss dann mehrmals versuchen, die DSL-Verbindung wieder herzustellen. Nach mehrmaligem Probieren kommt wieder eine Verbindung zustande. Manchmal hält diese dann für eine Minute, manchmal für längere Zeit. Manchmal sogar für Stunden. Weiterlesen»
Hilfe, mein Stecker schmort!
Gestern ist mir mehrmals die Hauptsicherung rausgeflogen. Ich habe sie immer wieder eingeschaltet. Manchmal brauchte es dazu mehrere Versuche, weil sie gleich nach dem Einschalten wieder ausging.
Den Grund habe ich heute gefunden: Der Stecker der Spülmaschine in der Küche hat an einer bestimmten Stelle angefangen zu schmoren. Es sieht so aus, als schmorte der Bereich zwischen der Erdung und dem linken Steckerpol. In der Steckdose der Steckerleiste findet sich auch ein entsprechender Rückstand, wie man auch auf diesen Fotos erkennen kann:
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(Foto anklicken für größere Variante)
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Glaubst Du an übersinnliche Phänomene? Wenn ja, warum? Ich meine wirklich, warum glaubt man ans Übersinnliche?
Ich glaube daran, dass meine Fantaflasche nach unten fällt, wenn ich sie hoch halte und dann loslasse. Warum glaube ich daran? Weil ich so etwas schon oft genug erlebt habe, vielleicht nicht mit Fantaflaschen, aber mit vielen anderen Dingen. Ich kann wirklich und wahrhaftig behaupten, dass all meine Erlebnisse keinen anderen Schluß zulassen, als dass die Flasche runterfällt. Darum glaube ich daran - weil ich keine andere Wahl habe! Würde ich behaupten, dass die Flasche schwebt, wenn ich sie loslasse, dann würde ich etwas sagen, das im krassen Gegensatz steht zu allem, was ich bisher erlebt habe. Und dazu habe ich keinen Grund, warum sollte ich das tun? Also muss ich an die Gravitation glauben, ob ich nun will oder nicht.
Meinen Glauben an das Übersinnliche habe ich erst vor kurzem aufgegeben. Ich glaubte nicht wirklich stark daran, aber ich betonte immer wieder, dass die physikalischen Gesetze Lücken haben, die sich vielleicht als Erklärungen für übersinnliche Phänomene eignen könnten. Obwohl ich nie gesagt habe, dass ich wirklich ans Paranormale glaube, wollte ich mich nicht festlegen, ich wollte auch nicht ganz klar sagen, dass ich nicht daran glaube. Warum? Naja, weil ich irgendwie daran glauben wollte. Das habe ich mir lange Zeit nicht eingestanden: Ein Universum, das wenigstens die Möglichkeit von übersinnlichen Dingen enthält, erschien mir so viel interessanter und toller zu sein als ein trockenes Universum ganz ohne solchen Schnickschnack. Ich wollte die Hoffnung darauf nicht begraben und hielt daran fest.
Das heisst: Ich hatte einen radikal anderen Grund dafür, ans Paranormale zu glauben, als dafür, an die Gravitation zu glauben. Ans Paranormale glaubte ich, weil ich es glauben wollte, und bei der Gravitation war ich gezwungen, ich konnte nicht anders als daran zu glauben. Und ich finde, das sagt eine ganze Menge über die Qualität und Glaubwürdigkeit dieser Glaubenssätze aus.
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Über Misere und Trauer
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Eine Warnung vorweg: Dieser Artikel ist lang, darum habe ich mich auch eine Zeit lang davor gescheut ihn zu schreiben. Wer ihn lesen will, sollte ein wenig Zeit mitbringen. Doch jetzt zum Thema:
Vor kurzem habe ich auf madoc.eu einen Artikel über das Freuen geschrieben, und ich finde, er ist einer meiner besten Artikel. Wenn Du ihn noch nicht gelesen hast, schlage auf madoc.eu den Artikel "Werde ein Freuer!" nach. Natürlich ist es schön, so einen Artikel zu schreiben und zu lesen, denn schon das Thema an sich ist erfreulich. Es gibt viele, viele Bücher, in denen nur von solchen erbaulichen Dingen berichtet wird. Zahllose Motivations- und Selbsthilfebücher quellen nur so über von Litaneien über das Schöne im Leben. Und das ist auch gut so, denn Erwachsene müssen das Staunen und Freuen wieder neu erlernen. Irgendwie vergisst man, wie das funktioniert, wenn man erwachsen wird.
Trotzdem stört mich etwas daran. Diese Bücher erzählen einem wunderbar, wie man aus einem ganz guten Tag einen prächtigen Tag machen kann. Aber was ist, wenn ich einen miserablen Tag habe? Eine miserable Phase? Da hört's dann auf mit den guten Ratschlägen. Stattdessen suggerieren die Selbsthilfebücher, dass wir miserable Zeiten komplett vermeiden können, wenn wir bestimmte Prinzipien befolgen. Das trifft sich irgendwie ganz gut mit einem intuitiven Gefühl, das jeder hat. Ich meine dieses Gefühl, dass miserable Zeiten nicht wirklich von unserer Umwelt verursacht werden, sondern von uns. Klar, es kann uns was Übles zustossen, aber es ist unsere Sache, wie wir damit umgehen. Wir können doch letzten Endes die Herren unseres Schicksals sein. Das wird doch immer wieder gesagt, und wir glauben so gerne daran, nicht wahr?
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